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Salomon Zugspitz Ultratrail 2014

14.06.25_Zugspitz_UltratrailErlebnisbericht von Torsten Wambold beim Salomon Zugspitz Ultratrail 2014

Am 21.06.2014 fand in Grainau, bei Garmisch Partenkirchen, der Start zur 4. Auflage des Salomon Zugspitz Ultratrail (ZUT) über 100 Km und 5400 Höhenmeter statt und mit am Start war ich, Torsten Wambold vom Multisport Team Wein. Was mich genau geritten hat, sich bei diesem Lauf einzuschreiben weiss ich schon gar nicht mehr genau, es muss aber nach seiner ersten Traillauf Erfahrung beim Pfalz Trail gewesen sein. Hier hatte ich gefallen an Trailrunning gefunden.

Meine Vorbereitung auf den ZUT war nicht ideal da ich auch bei diversen Duathlon Wettkämpfen im April und Mai gestartet bin. Mir fehlten die Langen Trailläufe über 3–6 Std. die in meinen Augen nötig waren, um die Distanz zu packen. Ich überlegte noch, doch auf einer kürzeren Distanz (Supertrail 60 Km) zu starten, aber ein ummelden war laut dem Veranstalter nicht mehr möglich.  Das ließ mir keine Wahl außer die 100 Km in Angriff zunehmen!. Warum tue ich mir das nochmals an?? Egal, einfach machen!!! Ich sollte noch erwähnen, das bis dato meine längste gelaufene Distanz an einem Tag, 37 Km betrug und das war bei besagten PfalzTrail. Ja, ich bin eigentlich noch ein Laufneuling!

Die Anreise war stressfrei und die Startunterlagen waren schnell geholt. Das Wetter war Freitags total verregnet und kühl, aber der Wetterbericht sagte perfektes Wetter  mit Temperaturen zwischen 10 und 22 Grad und Sonne voraus. Bei der Abendlichen Pastaparty und Racebriefing waren die anderen Teilnehmer ebenso skeptisch ob dies so eintreten sollte. Aber gut … wir mussten sowieso unser Pflichtgepäck mitnehmen, das Bekleidung für Schlechtwetter beinhaltete. Mein Rucksack mit, Bekleidung, Ersthilfeset, Lampe, Essen und 1,5 L Getränken wog ca. 3,5 Kg.

redy_to_startDie Nacht endete um 4:30 Uhr und als erstes musste die Kaffeemaschine gestartet werden und dann die Füße gegen Blasen präparieren. Um 5 Uhr saßen 5 Mann und 3 Frauen am Frühstückstisch im Hotel, alle noch im Halbschlaf. Ich kann normalerweise nicht viel vor einem Lauf essen, aber nur Toast und Honig reicht nicht.
Kurz vor 7 Uhr wurde unser Gepäck am Start geprüft und ab in die Startaufstellung. Kurz vor dem Start das obligatorische Lied: „Highway to hell“ und knapp 512 bekloppte Läufer machen sich auf die 100 Km Strecke. An diesem Tag starteten über 4 Strecken (Base- 36 Km, Super- 60, Super- XL 80 Km) knapp 2000 Starter.
Die ersten 2 Km waren recht flach in Richtung Höllentalklamm, hier versuchte ich mich unter das vordere drittel zu mischen, sodass ich in der nächsten Trailpassagen nicht im Stau, hinter langsameren Läufern, stecken bleibe. Im Anstieg zur Hoellentalklamm war das Feld schon komplett auseinander gerissen. Ich versuchte nun 1-2 Gänge runter zuschalten und mich an den anderen zu orientieren. Ich schätze mein Tempo als nicht zu schnell ein. Die erste Verpflegung nach 11 Km erreichten wir nach etwas mehr als 1 Stunde. Das war schon recht schnell, dachte ich. Nun kamen ein paar steile Passagen Richtung Ehrwald, die es wirklich in sich hatten. Mir war heiß und habe geschwitzt wie blöd obwohl es nur ca. 15 Grad war und ich „kurz-kurz“ angezogen war. Die Laufpassagen wechselten von Kilometer zu Kilometer von schmalen Trail, Wiesen, hoch runter, also alles was beim Trailrunning Spass macht.
Bei Kilometer 27 kam die 3. Verpflegungsstation, diese erreichte ich nach 3:33 Std., also immer noch gut dabei. Hier machte ich meine Flaschen voll. Da wir nun in hochalpines Gelände kommen und die nächste Verpflegung erst in 15 Km kommt. Mittlerweile haben wir strahlen blauen Himmel, die Sonne brennt und es gibt keinen Schatten, da wir über der Baumgrenze sind. Es ist nicht wirklich heiß, aber das ganze ist trügerisch da kein Schatten und ein kühler Wind bläst. Weiter geht es nun über die 2000 Höhenmeter auf schmalen Pfaden und Steigen die teilweise mit Stahlseilen gesichert sind. Das Panorama hier ist einfach spektakulär! Nach 2 Stunden stelle ich fest das die Flaschen leer sind, aber es noch ca. 7 Km bis zur Verpflegung sind. Eigentlich läuft man 7 Km mal schnell in 25–35 Minuten, nicht aber in diesem Gelände. Man macht viele Höhenmeter aber voran kommt man nicht. Es dauert nicht lange und ich bekomme etwas Schüttelfrost und Gänsehaut, das ist bei mir ein typischen Signal das ich dehydriert bin. Es sind noch 3 Km bis zur Verpflegung und das nur bergab, eigentlich gut, aber es läuft gar nicht bergab. Der Oberschenkel fängt an zu schmerzen. Ich werden von mehreren Läufern überholt, aber kann das Tempo nicht mitgehen.
Endlich bin in an der Verpflegung Haemmermooseralm (V4) angekommen und ich merke das mir komplett die Energie fehlt. Eigentlich wollte ich die Pausen kurz halten, aber in diesem Fall … Speicher auffüllen. Frische Orangenscheiben mit Salz, eigentlich absolute eklig, aber haben mich an diesem Tag gerettet. So konnte ich wieder viel Salz aufnehmen und war in kurzer Zeit wieder echt klar im Kopf. Die Flaschen voll gemacht und ab ging es.
Nun ging es direkt auf das Scharnitzerjoch, auch ein Anstieg mit sehr steilen Passagen und wieder über 2000 Höhenmeter. Nun folgten 7 Km Downhill über die verschiedensten Untergründe (Geröll, Schnee,Wiese, Matsch, Schotter, Wurzel) … das war die absolute Hölle!!! Der Oberschenkel machte komplett dich. Die Füße schmerzten und selbst Gehpausen waren nicht zu ertragen. Mist … das bei Kilometer 50! Die ersten Zweifel kamen auf ob ich die 100 Km schaffe oder aufhöre.

Endlich erreichte ich die V5 bei Kilometer 55. Hier fand ein kurzer MedicalCheck statt, der bei mir aber ok war., Mittlerweile merkte ich keine Anzeichen mehr das ich dehydriert war. Ich aß weiter die Orangen + Salz und legte auch hier eine etwa 20 Minütige Pause ein. Der nächste Abschnitt war ca. 8 Km flach an einem Fluss entlang, die Hölle für die Trailrunning Freaks, da viel zu monoton. Für mich war es ein guter Abschnitt, konnte hier relativ schmerzfrei laufen und wieder etwas Boden gut machen. Es folgte ein 2 Km Downhill der wieder die Schmerzen in den Oberschenkel zurück brachte und ich nur gehen konnte. Schnell war ich bei der V6 bei Km 64. Ich überlegte ob ich hier aufhören sollte. Ich schaute mir das Profil nochmals an und sah das V7 „nur“ 6 Km weiter ist und es nur bergauf ging oder flach., das sollte noch zu packen sein. In der Tat konnte ich diesen Teil wieder gut laufen bis auf kleine bergab Passagen.
An der V7 musste ich nun eine Entscheidung treffen. Ich war bei Km 70 mit 4500 Hm, nur noch 30 Km bis ins Ziel. NUR 30 Km! Problem war, das es noch ca. 1200 Hm bergauf und BERGAB ging. Diese Bergab Passagen hatten es in sich, da ich Teile davon kannte. Mittlerweile war ich nun 11:30 Stunden unterwegs, was wirklich, besonders unter diesen Umständen, nicht schlecht war. Die letzten 10 Km von der Alpspitze bis ins Ziel sind steil, verwurzelt und ich hätte diese im dunkel mit Stirnlampe laufen müssen. Im Normalfall kein Thema, aber da ich bergab schon Schwierigkeiten hatten langsam zugehen, kam mir das unmöglich vor. Die Entscheidung fiel mir nicht einfach … aber es war wahrscheinlich besser so. CALL IT A DAY!!!! DNF (Did not finsh) Mist! ABER ich muss sagen ich bin nicht komplett enttäuscht.  Ich hätte mir bis vor ein paar Wochen nicht vorstellen können mehr als 40 Km auf dieser Strecke zu Laufen. Ich bin an diesem Tag meinen 1. Marathon und meinen 1.UltraMarathon gelaufen…so what?? I’m ok with it, I’m happy

PS: Stephan Hugenschmidt gewann die 100 Km in 10 Std. und 36 Min. Ein krasser Typ!

Von Sat1.Bayern gibt es hier noch ein interessantes Video: zum Video hier lang … klick

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