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Houffalize – Singen – BeMC

IMG_5341UCI World Series Marathon Roc d’Ardenne Houffalize

In den letzten Wochen standen so einige Hochkaräter auf dem Rennkalender. So ging es am 02. Mai zum UCI Marathon Roc d’Ardenne Houffalize. Im Gegensatz zum gleichzeitigen stattfindenden immer mehr zur Kommerzveranstaltung wandelndem Rennen in Riva, fand man in Houffalize ein super organisiertes Rennen vor und man merkte wie Radsportverrückt die Belgier wirklich sind. Die Strecke machte richtig Laune und auch der viele Regen der Vortage machte dies keinem Abbruch und die Schlammlöcher welche immer auf einen warteten und mit wieder abgetrockneten Passagen abwechselte, sorgte für noch mehr Abwechslung der ohnehin schon guten Strecke.

IMG_5336Das es aber in Belgien direkt zur Sache geht und man sich im WorldSeries Rennen befand, merkte man direkt am Start. Ging es direkt press Berg hoch und das ohne große Taktikspielchen. Attacke war alles, was hier gebraucht wurde bis es in den ersten Trail ging und sich alles sortiert hatte. Für die Ardennen typisch folgten hier immer kurze aber steile Anstiege, das ganze erinnert immer an ein in die länge gezogenen Cross-Country Rennen. Somit war es für mich wichtig, möglichst Kraftsparend zu fahren um in den Anstiegen voll reinhalten zu können. So varierte auch immer die Größe der Gruppe, welche in den Anstiegen kleiner und im flachen wieder größer wurde. Dank der hohen Leistungsdichte bei solch einem Rennen war aber steht´s sichergestellt das man nicht allein unterwegs war. Einen wesentlichen Beitrag steuerte auch das Fully Scott Spark RC bei, welches bei den Trails mit mehr als genug Wurzel und Steinen einen guten Dienst leistete und mir stehts die volle Kontrolle sicherte. Mein erweitertes Ziel die top 50 konnte ich bei mehr als 200 gestarteten UCI-Elite Fahrer erreichen und belegte Platz 48. Ein Platz unter den ersten 40 hätten weitere UCI-Punkte und unter den ersten 20 die direkte Qualifikation zur Marathon-WM in Italien bedeutet. Angesichts der starken Startfelder in Belgien ein sehr ehrgeiziges Ziel. 

Fazit: Man wächst mit seinen Herausforderungen und ich lerne die belgischen Rennen immer mehr zu schätzen und lieben.

IMG_5351Marathon EM Singen

Nach dem Rennen in Houffalize folgte ein komplettes Kontrastprogramm! Singen zeichnet sich mit sehr wenigen Trails aus und der Hegau ist zum Gegensatz der Ardennen absolut offen und durch lange weite Wiesenflächen gezeichnet. Dies erfordert immer ein sehr taktisches Fahren, mit vielen Windschattenspielchen. Ein Rennen was ich eigentlich gar nicht mag, aber so oft ist die EM ja auch nicht im eigenen Land. Dieses Jahr war Sie dazu besser besetzt als eh und je. Leider machte sich mein „Hass“ zu solchen Rennen ohne lange Anstiege auch im Ergebnis bemerkbar und erreichte das Ziel auf Platz 78 nach 4h und 6min bei 99 Km mit 2800 Hm.

11311708_10153366643307502_2087828626_nUCI S2 Etappenrennen BeMC

Ich traue es mir kaum zu sagen, aber endlich wieder nach Belgien! 3 Tage vollen Kampf gegen die Uhr und der Konkurrenz in den Ardennen. Aber auch hier wartete ein stark besetztes Feld, darunter auch viel belgische Profis aus der Cross-Szene. Kaum 30 Km von Houffalize entfernt erwartete ich eine ähnliche Topografie. Daher schraubte ich mir wieder das 34er Kettenblatt an meine XX1-Kurbel, bevorzuge ich ja im heimischen Rheingau das 36er. Doch ich wurde eines besseren belehrt. Es geht noch steiler! 

Genau das bekam ich in der 1. Etappe voll zu spüren. Wieder erfolgte der Start im Ortszentrum und es ging steil hoch. Hier war noch alles im grünen. Doch nach dem Übergang von Asphalt ins Gelände zeigten die Ardennen in La-Roche-en ma so richtig was Anstiege sind. Ich war mittlerweile im ersten Gang und fühlte mich wie in der Beinpresse beim Maximalkraft-Training. Letztendlich waren es die Arme, die den Geist aufgegeben hatten. Ich konnte mich nicht mehr zum Lenker heranziehen, um so den Schwerpunkt auf das Vorderrad zu bekommen und ein aufbäumen zu verhindern. Ich musste absteigen … Es beruhigte mich, das auch die Profis vorn nicht viel weiter kamen. 

Ich fand mich damit ab und ging die letzten Meter, mit den Gedanken, das Feld sollte jetzt sortiert sein und alles is gut. Nix is gut, da folgte noch so ein Kniebrecher gegen Mitte der 1 Runde und ja wir sprechen von Runden, denn es wurde noch eine 2. Runde gefahren, also noch mal das Ding hoch. Ich fluchte über mich selbst so dermaßen … Das war unglaublich. Aber auch 68 Km mit 2200 Hm finden irgendwann ein Ende. Auch vielen Dank an Leander seine Frau Eline, für das Abnehmen meiner Beinlinge in Feedzone 1 🙂11021506_809438545808622_2950677349559503797_n

Der 2. Tag sollte lang werden … 95 Km 2500 Hm, das ist mein Ding! Und das merkte man, es lief richtig rund. Anstiege gab es genug aber alles so wie ich es mag und nicht all zu kurz. Ich ließ die Kurbel kreiseln und fand mich nach tollen 95 Km mit dem einen oder anderen Trail nach 4h 27min wieder im Ziel ein. Dank der Gels und Riegel von PowerBar kam ich die ersten beiden Tage super über die Runden und mit AMINO MEGA LIQUID (Wheyprotein-Hydrolsyat Ampulle mit freien Aminosäuren) auch eine super Regeneration und fühlte mich auch für den 3. Tag bereit.18012_809799775772499_1723313966711813422_n

Tag 3 war noch ma eine Steigerung und stellte 100 Km mit 3000 Hm auf den Plan. Das war noch mehr mein Ding! Ich freute mich unheimlich auf die Etappe. Hinzu kam das ich hier ein Betreuer zur Seite hatte. Denn vom mir befreundetet Scott Genius Generation Team musste Alexander Stark leider aussteigen (hatte erst vor kurzem eine längere Pause durch Krankheit) und übernahm für seinen Teamfahrer Thorsten und mich die Verpflegung. Ein ständiges anhalten und Flaschen nachfüllen hatte nun sein Ende. Die Etappe begann wie die 2. aufhörte! Gut rutschte ich nach und nach durch das Feld. Bis Km 50 lief alles nach Plan, dann kamen wir in Houffalize auf einen Streckenabschnitt der ehemaligen CC-World-Cup Strecke und es wurde richtig steil, nach unten … Ich verlor mein Gruppe und das Unglück nahm seinen lauf. Weit und breit keine brauchbare Gruppe mehr zu finden, nur zersplitterte Minigrüppchen. Bis ich auf den niederländischen Kollegen Leander traf. Nun ging es wieder vorwärts, doch leider übersahen wir in einer Abfahrt ein Schild und haben uns Verfahren, ich sortierte meine Gedanken auf dem Garmin und konnte dank der darauf abgespeicherten Strecke den Weg wiederfinden, doch es hat uns mächtig zurück geworfen. Nach einer Wanderung durch einen 30m breiten Fluss folgte noch ein beinahe Platten. Gefühlte 0,5 Bar lies mir der Reifen noch in sich haben, bis die Milch abdichtete. Doch die Schwalbe-Milch dichtete und das war wichtig. Zwar musste ich anhalten und nachpumpen doch ein einziehen des Schlauches blieb mir erspart. Meiner Motivation war dann dennoch dahin und bin im Trainingsmodus die letzten Km abgerollt …11009355_810403572378786_5907612707193038287_o

Trotzdem war es ein tolles Event und konnte das UCI S2 Etappenrennen auf Platz 39 beenden. Wenn es passt werde ich wieder kommen und bin dann noch mal besser vorbereitet und werde ein paar Liegestütze mehr machen 😉

Bis die Tage euer Storchi …IMG_5380

Text Storchi | Bilder Claudia Andreas & Alexander Stark

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